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 Das Ende der Globalisierung Nächstes Thema anzeigen
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BeitragVerfasst am: Mo 04 Aug, 2008 22:02    Titel: Das Ende der Globalisierung Antworten mit ZitatNach oben

Das Ende der Globalisierung

Die Weltwirtschaft stürzt in die größten Probleme seit Jahrzehnten. Der Freihandel ist bedroht, der nationale Einfluss nimmt zu, Arbeit wird rund um den Erdball neu verteilt

Der große Schiffsmotor nimmt viel Platz weg, wiegt fünf Tonnen, schluckt Treibstoff, verpestet die Umwelt. Und er verschlechtere die Segeleigenschaften, sagt Jorne Langelaan. Deshalb soll er raus aus seinem Schiff. Mit viel Mühe haben die Werftarbeiter das Deck der Tres Hombres aufgeschnitten, einen Kran in Position gebracht und Tausende Verstrebungen losgesägt, um den Motor zu entfernen. Denn der Zweimaster, der gerade in einer Werft im niederländischen Den Helder umgebaut wird, soll im Herbst als Frachtschiff in See stechen und dann ausschließlich mit zwölf Segeln als Antrieb auskommen. Langelaans Kollege Arjen van der Veen, der bei der Jungfernfahrt der Kapitän sein wird, träumt schon von einer ganzen segelnden Handelsflotte. Von einem neuen Zeitalter, in dem die Hälfte aller Schiffe mit einer Kombination aus einem Hilfsmotor und Segelkraft fahren. Vor allem solche, die schwere Flüssig- und Massengüter transportieren.

Vor ein paar Jahren noch hätte man das Projekt der sonnenblonden Seeleute aus Den Helder belächelt. Doch nun kommen in der Weltwirtschaft alte Gewissheiten auf den Prüfstand. Das Modell der vergangenen 25 Jahre scheint erstmals in große Schwierigkeiten zu geraten: der weltweit praktizierte Turbokapitalismus in Kombination mit billigem Öl und großem Geld. Die Containerschiffe wurden schneller und größer, die Frachtflugzeuge riesiger, die Lastwagen dichter gepackt, ohne dass es nennenswerte Kosten verursacht hätte. Das Kapital bahnte sich vielerorts fast ohne staatliche Kontrollen seinen Weg. Die Weltwirtschaft feuerte auf allen Zylindern.

Und nun? Finanzinstitute kollabieren, die Inflation kehrt zurück, das Öl ist teuer, viele Länder erwarten eine Rezession. Die Staatengemeinschaft tüftelt an strengeren Regeln für die Kreditbranche, viele Politiker des Westens entdecken den Protektionismus wieder, natürlich nur zum Schutze der eigenen Bürger. Und am Dienstag sind nun fürs Erste auch die Verhandlungen über die Liberalisierung des Welthandels in Genf gescheitert. Damit ist die vielleicht letzte Hoffnung dahin, in diesem Krisenjahr überhaupt noch ein positives Zeichen für die Globalisierung zu setzen. Die nationalen Egos, allen voran das der USA, waren stärker als der Wunsch nach einem Abkommen, das vor allem den Entwicklungsländern helfen und beweisen sollte: Die Weltwirtschaft ist für alle da (siehe Seite 18).

»Die Globalisierung lässt sich umkehren«, warnen denn auch die Ökonomen Jeff Rubin und Benjamin Tal von der kanadischen Investmentbank CIBC. Zumindest wird sie nun deutlich langsamer werden.

Barack Obama verspricht mehr Schutz für die Bürger der USA

Eines ist schon geschehen: Die Weltwirtschaft ist an eine Fülle von Kapazitätsgrenzen gestoßen. Das ist der tiefere Grund hinter der Wirtschaftskrise, die nach der Jahreswende so plötzlich heraufgezogen ist. Globalisierungsgegner würden sagen, dass dem gefräßigen Weltkapitalismus das Futter ausgegangen sei. Denn die Preise für Treibstoffe sind auf Rekordniveau geklettert, was sich ganz urkapitalistisch daraus ergab, dass die Ölförderländer ihr Angebot nicht mehr rasch genug ausweiten konnten oder wollten. Ähnlich war es bei Grundnahrungsmitteln wie Reis und Weizen, deren Preise nach einer Reihe von Missernten explodierten. Metalle und andere Grundstoffe für die Industrie wurden rar. In rasant gewachsenen Ökonomien wie Indien, Brasilien oder Russland sind viele Häfen, Flughäfen und Straßen überlastet. Solche Knappheiten erhöhen im zweiten Schritt die Preise vieler anderer Produkte, beschwören Inflationsgefahren herauf, verteuern das Leben und damit die Arbeitskosten von Billigarbeitern in fernen Ländern, und sie machen vor allem das Transportieren von schweren, sperrigen Gütern teurer.

Weiterlesen: http://www.zeit.de/2008/32/Ende-der-Globalisierung?page=all

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Dave
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BeitragVerfasst am: Fr 02 Jan, 2009 14:13    Titel: Das Ende der Globalisierung Antworten mit ZitatNach oben

Spätestens wenn das Öl alle oder unbezahlbar ist, hat sich die Globalisierung erledigt.
Dann gibts wieder Grenzen, Zölle und jeder kocht sein Süppchen. Warum auch nicht ;
Menschen brauchen Grenzen in denen sie sich wohlfühlen. Und keine gruselige
weltumspannende "depersonalisierung" (im doppelten sinne)
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BeitragVerfasst am: So 01 Feb, 2009 22:15    Titel: Das nächste Ende der Globalisierung Antworten mit ZitatNach oben

Das nächste Ende der Globalisierung

Wer sagt eigentlich, dass die Globalisierung nicht umkehrbar ist? Die Geschichte lehrt uns das Gegenteil

Wir erleben einen finanziellen Zusammenbruch, wie es ihn seit der Großen Depression nicht mehr gegeben hat. Die Folgen werden dramatisch sein. Zum ersten Mal in der Nachkriegszeit könnten wir 2009 ein Jahr erleben, in dem die Weltwirtschaft nicht wächst. Die Krise löst dramatische politische Kurswechsel aus und bereitet die Bühne für eine Wiederauferstehung des Etatismus.

Und noch etwas könnte sie uns bescheren: ein Zurückdrehen der Globalisierung.

Über Jahrzehnte haben wir uns an das Mantra gewöhnt, dass die Globalisierung – die Integration der Welt durch große Ströme von Waren, Kapital und auch Menschen – unumkehrbar sei. Aus historischer Sicht ist das nicht haltbar. Die weltwirtschaftliche Integration im 18. Jahrhundert, angetrieben vom Zucker- und Kaffeehandel, provozierte Rückschläge gegen das englische und das französische Imperium, die diese Art der Globalisierung betrieben. Durch die Kriege der Französischen Revolution und der napoleonischen Ära wurden Handelsströme umgelenkt und Produktionen verlagert. Die Globalisierung im 19. Jahrhundert mit ihrer Integration durch das Dampfschiff, das Telegramm und die Massenmigration endete mit dem Ersten Weltkrieg. Nein, die Globalisierung ist nicht unumkehrbar.

Der heutige Rückschlag in der Globalisierung wird von zwei Kräften vorangetrieben: von praktischen, interessengetriebenen Reaktionen und von tief empfundenen moralistischen Argumenten. Für sich genommen, blieben sie wohl oberflächlich, doch zusammen erzeugen sie eine gewaltige Wirkung.

Um mit der praktischen Seite zu beginnen: Die Krise wird zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Die Suche nach Mitteln im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit führt unausweichlich zur Protektion, und tatsächlich sind bereits etliche bekümmernde Zeichen zu sehen, trotz vieler beruhigender Worte über den Wert der internationalen Offenheit.

Im November 2008 gelobten die Delegierten des G20-Wirtschaftsgipfels, dass sie zwölf Monate lang "davon absehen, neue Barrieren gegen Investitionen oder den Handel mit Waren und Dienstleistungen" aufzustellen. Doch binnen weniger Tage erließ Russland neue Zölle auf Automobile und ließ den Rubel abwerten, und Indien führte Zölle auf Eisen- und Stahlerzeugnisse ein. China senkte den Wert des Renminbis, um seine Exporte zu stützen.

In der Eurozone wird die scharfe Abwertung des britischen Pfundes wohl ebenfalls als eine gezielte Aktion wahrgenommen werden, als Teil eines Währungskrieges. Der neue Kongress der Vereinigten Staaten ist offener für die Handelsprotektion als der alte, und es scheint unwahrscheinlich, dass Präsident Obama entsprechende Wünsche blockiert.

Weiterhin gibt es eine dramatische Zuwendung zu einer Denkrichtung, die man als neokeynesianischen Konsens bezeichnen könnte: dass hohe zusätzliche Staatsausgaben notwendig sind, um die Konjunktur zu retten, und dass große Staatsschulden gebraucht werden, um die Kreditmärkte zu stabilisieren, weil der Staat in extrem nervösen Zeiten der einzig verlässliche Gläubiger ist.

Was passiert, wenn der Staat die Erwartungen nicht erfüllt? Wenn die Defizite steigen und eine Wendung ausbleibt? Dann setzt eine Ernüchterung ein. Der Markt hat versagt, aber auch der Staat.


weiterlesen: http://www.zeit.de/2009/06/Ende-der-Globalisierung?page=2

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BeitragVerfasst am: Sa 09 Jan, 2010 16:55    Titel: Globalisierung - Friedhof der Kuscheltiere Antworten mit ZitatNach oben

Globalisierung - Friedhof der Kuscheltiere

Reumütig beendet die Bären-Marke Steiff ihr China-Engagement. Die Ware aus Asien hatte zu große Qualitätsmängel. Doch nach Deutschland kehren nur wenige Jobs zurück.

Zweimal in der Woche herrscht Krieg im Land der Knuddeltiere. Dann müssen die Designer der Firma Steiff ihre neuesten Kreationen bei Herrn Krebs vorzeigen. Herr Krebs ist Leiter der Qualitätskontrolle. Und er ist vollkommen immun gegen herzzerreißend dreinblickende Bärengesichter, puschelige Kaninchenbabys oder entzückende Langhaar-Meerschweinchen.

Das altbewährte Kindchenschema löst bei Herrn Krebs keinerlei Fürsorgereiz aus, sondern allenfalls technische Neugier. Sieht er ein Plüschtier, denkt er an: verbrennen, ertränken, Hals umdrehen. Er kokelt sie an, speichelt sie ein, reißt an den Köpfen. Er reibt ihnen ätzende Flüssigkeiten ins Fell, grillt sie unter UV-Licht und prüft auf Chemikalien aller Art.

Nur wenn ein Testbär Herrn Krebs überlebt, darf er ein Steiff-Tier sein. Dann bekommt es in der Zentrale im schwäbischen Giengen quasi als Tapferkeitsorden den berühmten Knopf im Ohr.

weiterlesen: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,670025,00.html

Zitat:
Es ist nicht so, dass die Steiff-Kollektion aus China mit Schadstoffen belastet gewesen wäre. Seit der Mattel-Affäre um verseuchtes Kinderspielzeug aber misstrauen viele Eltern chinesischer Ware.

Die Probleme bei Steiff waren anderer Art. Die Tiere wurden oftmals schludrig zusammengenäht. Bei vielen Bären saßen plötzlich die Augen schief. Mag sein, dass der neue Blick Asiaten als niedlich erschien, für europäische oder amerikanische Kunden glotzten die Viecher nun fies aus dem Pelz. Noch vor Ort wurden die Teddys mit den schiefen Visagen ausgemustert.

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